Landeszentrum für Datenschutz verbietet Like-Button in Schleswig-Holstein

Das unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein hat am heutigen Freitag eine Pressemitteilung veröffentlicht welche besagt, dass der „Gefällt-Mir“-Button gegen das Telemediengesetz (TMG) sowie das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) bzw. das Landesdatenschutzgesetz Schleswig-Holstein (LDSG SH) verstoße.

Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) fordert alle Stellen in Schleswig-Holstein auf, ihre Fanpages bei Facebook und Social-Plugins wie den „Gefällt mir“-Button auf ihren Webseiten zu entfernen. Nach eingehender technischer und rechtlicher Analyse kommt das ULD zu dem Ergebnis, dass derartige Angebote gegen das Telemediengesetz (TMG) und gegen das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) bzw. das Landesdatenschutzgesetz Schleswig-Holstein (LDSG SH) verstoßen. Bei Nutzung der Facebook-Dienste erfolgt eine Datenweitergabe von Verkehrs- und Inhaltsdaten in die USA und eine qualifizierte Rückmeldung an den Betreiber hinsichtlich der Nutzung des Angebots, die sog. Reichweitenanalyse.

Das ULD erwartet von allen Schleswig-Holsteinern Websitenbetreibern, dass

sie umgehend die Datenweitergaben über ihre Nutzenden an Facebook in den USA einstellen, indem sie die entsprechenden Dienste deaktivieren.

Desweiteren wird darauf hingewiesen, dass bei Nichtbeachtung weitere rechtliche Schritte eingeleitet werden können.

Erfolgt dies nicht bis Ende September 2011, wird das ULD weitergehende Maßnahmen ergreifen. Nach Durchlaufen des rechtlich vorgesehenen Anhörungs- und Verwaltungsverfahrens können dies bei öffentlichen Stellen Beanstandungen nach § 42 LDSG SH, bei privaten Stellen Untersagungsverfügungen nach § 38 Abs. 5 BDSG sowie Bußgeldverfahren sein. Die maximale Bußgeldhöhe liegt bei Verstößen gegen das TMG bei 50.000 Euro.

Thilo Weichert sagte hierzu:

Das ULD weist schon seit längerem informell darauf hin, dass viele Facebook-Angebote rechtswidrig sind. Dies hat leider bisher wenige Betreiber daran gehindert, die Angebote in Anspruch zu nehmen, zumal diese einfach zu installieren und unentgeltlich zu nutzen sind. Hierzu gehört insbesondere die für Werbezwecke aussagekräftige Reichweitenanalyse. Gezahlt wird mit den Daten der Nutzenden. Mit Hilfe dieser Daten hat Facebook inzwischen weltweit einen geschätzten Marktwert von über 50 Mrd. Dollar erreicht. Allen Stellen muss klar sein, dass sie ihre datenschutzrechtliche Verantwortlichkeit nicht auf das Unternehmen Facebook, das in Deutschland keinen Sitz hat, und auch nicht auf die Nutzerinnen und Nutzer abschieben können.

Es wird spannend wie diese (wahre) Geschichte endet, ich will neben den obigen Zitaten nur noch den Link zur Pressemitteilung loswerden.

Google+ – Das Prinzip und die App

Google+ wird in mittlerweile jedem der sich ein bisschen mit den Technik- und Webnews beschäftigt etwas sagen. Der Suchmaschinengigant versucht nun mit seinem Service Facebook und co. Konkurrenz zu machen.

Dabei wird nach einem nicht komplett unbekannten – jedoch trotzdem neuen – Prinzip vorgegangen. Bei Facebook versendet man Freundschaftsanfragen – der Andere User erhält diese als Benachrichtigung in seinem Account und kann diese dann bestätigen oder ablehnen. Wenn sie bestätigt wurde können beide dann die Statusmeldungen des jeweils anderen lesen. Klingt einfach – kann jedoch durchaus problematisch sein, und das beginnt schon bei der Tatsache, dass in „Freundschaftsanfrage“ das Wort Freund enthalten ist und es so schon erste Probleme geben kann wenn man Beispielsweise versucht über Facebook mit Geschäftspartnern zu kommunizieren. Das Wort Freund kann hier falsch aufgegriffen werden – verständlich, für diesen Fall ist es ja ohne Zweifel auch falsch gewählt.

Ein weiteres Problem bei Facebook kann sein, dass man bestimmte Statusmeldungen, wie zum Beispiel „Wer hat Lust ne Runde Crysis Multiplayer zu zocken?“ eben weder mit Mutti noch mit seinem Chef teilen will. Solch eine Statusmeldung geht ja offensichtlich an eine andere Zielgruppe – und Mutti wird sich weder dafür interessieren noch wird sie sehr begeistert darüber sein. Was heißt das also? Man muss die Möglichkeit haben Nachrichten Statusmeldungen an Gruppen zu senden – so kann man zum Beispiel seine Urlaubsfotos nur mit Familie und Freunden teilen während der Chef wiederum andere Dinge zu sehen bekommt als die Schulfreunde welche eigentlich sowieso nur noch aus Höflichkeit auf der Kontaktliste sind.

Gut, jetzt genug um den heißen Brei herum geredet, alle oben genannten Probleme soll Google+ beheben. Der Hund liegt darin begraben, dass man Leute in Kreise einsortieren kann. Um bei dem obigen Beispiel zu bleiben könnte man also einen Kreis mit allen „Zocker-Freunden“ erstellen und nur an diesen Kreis die schon genannte Frage  „Wer hat Lust ne Runde Crysis Multiplayer zu zocken?“ zu senden. So kann man mit der einen Gruppe über ein anderes Thema diskutieren als mit der anderen, denn die Oma oder gar der Chef bekommt hiervon gar nichts mit.

Was stellt man also bis hier fest? EINS Das kritische Wort Freund wird nicht mehr verwendet, so kann man also auch mit dem Geschäftspartner kommunizieren ohne irgendwelche kritischen Worte zu verwenden. ZWEI Man kann Leute sehr einfach gruppieren und bestimmte Dinge nur an ausgewählte Gruppen (=Kreise) senden.

Es sind nicht viele Dinge die Google+ von anderen sozialen Netzwerken unterscheiden – doch wie ich bereits sagte liegt hier der Hund im Detail begraben. Durch solche Kleinigkeiten lässt sich ein soziales Netzwerk viel breiter nutzen als mit vielen Einschränkungen Stolpersteinen, wie sie beispielsweise bei Facebook vorhanden sind.

Bevor jetzt die Frage aufkommt was mit Twitter ist: Twitter verfolgt ein anderes Prinzip. Twitter ist ein Nachrichtendienst der viele Einschränkungen mit sich bringt wie zum Beispiel eine maximale Beitragslänge von 140 Zeichen sowie eine seltsame sehr gewöhnungsbedürftige Benutzerführung. Daher stellt dieser natürlich grandiose Service keine Konkurrenz zu Google+ dar. Praegnanz.de veröffentlichte hierzu einen kurzen Artikel, der einen weiteren sehr wichtigen Punkt veranschaulicht, weshalb Google+ zum heutigen Zeitpunkt keine Konkurrenz zu Twitter ist.

One more thing…

Google+ veröffentlichte in den vergangenen Tagen eine iPhone-App (kostenlos, AppStore-Link) über welche ich eigentlich auch etwas schreiben wollte. Jedoch schob Google hier den Riegel vor und veröffentlichte die App ausschließlich für Android sowie das iPhone. Weder das iPad noch der iPod Touch können so von einer mobilen Version des Services profitieren. Aus meiner Sicht ist dies sehr schade, da vor allem der iPod Touch keinerlei bis kaum Anpassung der App von Googles Seite benötigen würde. Auch würde es auf dem iPad zumindest in einer nicht optimierten Version möglich sein die App zu nutzen. Leider sind hierzu keine Details geschweige denn eine Entschuldigung veröffentlicht worden. Mit dieser Aktion hat sich Google sicherlich einen Schuss ins eigene Knie verpasst.

Skype for iPad nun (endlich) veröffentlicht

Soeben hat das Microsoft-Tochterunternehmen Skype eine für das iPad optimierte App veröffentlicht.

Am heutigen Morgen ist das Updade „aus Versehen“ für kurze Zeit im AppStore erschienen, wurde jedoch kurz darauf mit einer gleichzeitigen Entschuldigung wieder aus dem AppStore entfernt.

Skype liefert mit der iPad-Version nette aber ausschließlich zu erwartende Funktionen, unter anderem ein angepasstes Designs sowie die Möglichkeit Videoanrufe zu tätigen. Dieses Update war längst überfällig und bietet nun endlich die Möglichkeit Skype auf dem iPad zu nutzen ohne sofort an Augenkrebs zu erkranken.

Die App ist selbstverständlich weiterhin kostenlos erhältlich. Eventuell ist für manche User etwas Geduld gefragt, da die vollständige Verfügbarkeit – wie im AppStore üblich – eventuell etwas verzögert auftritt.

Zusammen mit der neuen Skype-Version veröffentlicht Skype einen Blogpost sowie eine Video-Einführung.

Skype for iPad aus Versehen veröffentlicht

Skype_Twitter.jpg

Am heutigen Morgen zeigte sich im AppStore für kurze Zeit eine für das iPad optimierte Skype-Version woraufhin das vor kurzem von Microsoft gekaufte Unternehmen die „versehentlich getätigte vorzeitige Veröffentlichung“ wieder zurückzog und sich auf Twitter entschuldigte.

Eine ähnliche Panne erlebte Google+ bei der Veröffentlichung der iOS App. Dort wurde kurz nach der versehentlichen Veröffentlichung die laut iphoneblog.de „wohl schnellste Aktualisierung der App-Store-Geschichte“ eingespielt um die Veröffentlichung nicht wieder zurückziehen zu müssen. iphoneblog.de berichtete.